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Am 21.12.2019 gab es sozusagen als Silvesterüberraschung ein neues Update für die Polar Vantage V und M. Wie immer waren neben den üblichen Fehlerbereinigungen auch neue Funktionen dabei. Das hat Polar auch bitter nötig. Zur Markteinführung der Vantage waren nur die unbedingt notwendigen Funktionen auf der Uhr vorhanden, gerade so viel, dass die Uhr noch als Sport- und Trainingsuhr bezeichnet werden konnte. Das hat viele POLARnutzer sehr verstört und einige sind sicher auch deshalb zu Garmin gewechselt. Der berechtigte Vorwurf: Ein unvollständiges Produkt zum polarüblich hohen Preis auf den Markt werfen und dann über Updates so nach und nach grundlegende Funktionen nachreichen. Vor allem Funktionen, welche auf den Vorgängermodellen bereits vorhanden waren und von den Nutzern schon zum Start der Vantage erwartet wurden. Auch höre ich vom Händler meines Vertrauens immer wieder Kritik am sehr kostenintensiven und umständlichen Service von Polar. Hier steht wohl der Kunde nicht unbedingt im Mittelpunkt.
Es kann also (hoffentlich) nur besser werden. Schon mit dem Update 4.0.11 (siehe Link) wurden lang erwartete Funktionen nachgereicht und auch das neue Update beinhaltet nun endlich weitere, für eine Sportuhr wichtige Funktionen.

FitSpark:

FitSpark sind Vorschläge für einen Trainingsplan anhand der Aktivitätsdaten und des daraus resultierenden Fitnesslevels der vergangenen 28 Tage.

Race Pace:

Für mich eine der wichtigsten Zusatzfunktionen. Race Pace ermittelt während einer vorher eingestellten Laufstrecke (Länge in km) und einer Zielzeit ständig, ob man zu schnell oder zu langsam unterwegs ist. Über eine grafische Anzeige auf der Uhr wird die Abweichung entsprechend dargestellt.

Das hilft mir vor allem bei Regenerationsläufen wirklich im Regenerations-/ Kompensationslevel zu bleiben. Tendenziell laufe ich hier nämlich zu schnell. Race Pace funktioniert wirklich sehr gut und hilft auch Anfängern ein Gefühl für unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten zu bekommen.

Polar kehrt mit der Vantage und den bis jetzt erfolgten Updates langsam wieder zu alten Tugenden zurück, nämlich eine Sportuhr anzubieten, welche den Fokus vor allem auf die Bereiche Training und Wettkampf legt.
Dennoch gehe ich mit dem Gedanken schwanger mich auch mal bei der unmittelbaren und durchaus vergleichbaren Konkurrenz umzuschauen. Einen Kandidaten habe ich auch schon entdeckt, die Garmin Forerunner 945.
Schön wäre es natürlich, wenn ich die FR 945 selbst mal testen könnte. Anhand von Videos und Anleitungen im Netz habe ich schon mal einige interessante Funktionen der FR 945 gefunden:

  • Navigation
    Diese gibt es zwar auch auf der Vantage V, leider besitzt die Vantage aber keinen eingebauten Kompass. Das hat zur Folge, dass die Anzeige der Route nur während der Bewegung die richtige Lage auf der Uhr anzeigt. Bleibt man stehen, dreht sich die Anzeige unkontrolliert in alle möglichen Richtungen, sodass eine Kontrolle der richtigen Richtung kaum möglich ist (das ist mir auch schon auf meinem Radcomputer V650 -siehe Link – aufgefallen). Das mag auf Straßen oder größeren Wegen ja gerade noch funktionieren, da man den Straßen- oder Wegeverlauf mit der Realität vergleichen kann, beim Wandern oder mit dem MTB im offenen Gelände ist das aber ein Problem.
    Die FR 945 hat eine  Kompass (wie alle Garmin GPS- Geräte), welcher dafür sorgt, dass die Kartenanzeige auch bei Stillstand des Nutzers richtungsstabil bleibt.
    Die FR 945 hat zur Navigation eine wirkliche Kartenanzeige, ihr Vorgänger die FR 935 wie auch die Vantage V ein grafisches Routing ohne hinterlegte Karte.
  • Anzeige
    Die Anzeige der FR 945/ 935 ist bei Dämmerung besser als die der Vantage
  • Preis
    Die FR 945 ist etwas teurer. Zur Zeit bekommt man sie für ca. 550 €, die Vantage für ca. 450 € (Vergleich Forerunner 935: 350 €, Vantage M: 250 €).
  • Funktionen
    Die FR 945 hat mehr Funktionen als die Vantage. Das ist aber durchaus auch ein Nachteil. Funktionen wie das Hören und Streamen von Musik (Bluetooth-Kopfhörer), Garmin Pay und Pulsoximeter (Messung der Sauerstoffsättigung im Blut und damit die Möglichkeit der Hitze und Höhenakklimatisierung) brauche ich auf einer Sportuhr nicht. Je mehr Funktionen und verschachtelte Menüs, umso komplizierter wird die Bedienung!
  • Trainingsauswertung
    Über Garmin Connect auch sehr umfangreich und detailliert aber eben auch ein anderes Konzept.

Werde ich nun zu Garmin wechseln? Mal sehen. Die Forerunner 945 ist im Bereich Navigation wirklich gut (das war schließlich der Ursprung von Garmin) und als Sportuhr wird sie auch immer interessanter.
Ein Wechsel zu einem anderen Hersteller bedeutet aber immer auch sich mit einem anderen Bedien- und Auswertungskonzept auseinanderzusetzen.