So, diesmal habe ich die Mainradtour nach dem Abbruch 2011 doch geschafft. Schade das es schon wieder vorbei ist.
Entgegen aller Spekulationen hatte diesmal sogar das Wetter (fast) mitgespielt, d.h. ich bin nur einmal so richtig nass geworden und an 2 Tagen war es sehr windig (natürlich von vorn).
Es war eine schöne Tour. Tolle Landschaften, Fachwerkstädte, Burgen, totale Ruhe (wenn man die surrenden Geräusche der einen ständig überholenden E- Bikes verdrängen kann) und ich konnte mal wieder so richtig Kilometer strampeln.
Wie immer habe ich die Übernachtungen vorher nicht gebucht. Das macht unabhängiger, bedeutet aber jeden Abend die Suche nach einer Unterkunft.

Auf die Radkarte von Bikeline konnte ich mich diesmal nicht so richtig verlassen, da die tatsächliche Radwegführung recht stark von der Karte abweicht. Für den Rheinradweg von Mainz nach Speyer hatte ich keine Radkarte. Für dieses Stück habe ich eine der Übersichtskarten, welche am Radweg so alle 40-50 km stehen, fotografiert. So hatte ich eine „elektronische“ Radkarte, welche eine ausreichende Übersicht bietet.
Im Allgemeinen sind die Fernradwege ganz gut ausgeschildert. Probleme gibt es aber oft in größeren Städten. Da man hier meist nicht direkt den Fluss entlang fährt, also die Hauptorientierung fehlt, muss man sehr aufpassen um nicht einen der Wegweiser in der Fülle der anderen Schilder zu übersehen. Wenn das passiert ist, kann man durchaus sehr lange in die falsche Richtung fahren. Besonders negativ fällt hier Bamberg auf. Bamberg hat ein sehr umfangreiches Radwegenetz, welches auch ganz gut ausgeschildert ist, nur leider der Fernradweg selber nicht. So irrt man ewig lange in der Stadt umher. Auch wenn es komisch klingt, aber in großen Städten hilft am besten ein Kompass in Verbindung mit der Radkarte um zumindest die Hauptrichtung zu finden. Auf dem Display meines GPS-Trackers wird die Himmelsrichtung in einer sehr guten Auflösung anzeigt. Das hat mir in größeren Städten, bei Radwegumleitungen und bei Abweichungen vom Radweg bei der Unterkunftssuche schon oft geholfen, den Hauptradweg wiederzufinden.

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GPS- Tracker:
Der GPS- Tracker ist kein Navi, welches einen Weg zwischen zwei Punkten sucht oder eine gespeicherte Karte anzeigt. Ein Tracker  zeichnet, je nach Einstellung, während der Fahrt alle 5 m die jeweiligen Koordinaten (geografische Längen- und Breitengrade, geografische Höhe, Uhrzeit, Geschwindigkeit) auf. Es gibt ganz einfache Tracker, welche den Betriebszustand (Erkennung von Satelliten, Aufzeichnung, Batteriezustand) über Leuchtdioden anzeigen. Etwas komfortabler sind Tracker mit Monitor, welche unter anderem auch die Himmelsrichtung anzeigen. Die Ermittlung der Himmelrichtung erfolgt hierbei ausschließlich aus der Veränderung der Position, es muss daher eine Strecke von mindestens 3 Koordinaten gefahren werden. Ich verwende schon viele Jahre den GPS- Tracker „HOLUX GPSport 245“, welcher neben der Himmelrichtung auch momentane/ maximale Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, Satellitenempfang, Ladezustand und Aufnahmekapazität anzeigt.
Am Ende dieser Tour hatte ich auf dem Tracker somit ca. 126.000 Datensätze gespeichert. Die Daten können mit einem Programm ausgelesen, formatiert und in verschiedene geografische Dateiformate umgewandelt werden. Formatieren heißt in diesem Fall vor allem das manuelle Löschen von Zwischendaten bei längeren geraden Strecken (Verringerung der Dateigröße) und das Korrigieren von unlogischen Daten, welche durch Reflexionen bei Fahrten neben hohen Gebäuden in Städten oder durch Felsschluchten entstehen.

Die bekanntesten geografischen Dateiformate sind .kml zur Anzeige in Google Earth, und .gpx zur Anzeige in verschiedenen Kartenformaten. Die Kartentracks können auf diverse GPS- Portale (gpsies.com, bikemap.org, komoot.de …) hochgeladen, veröffentlicht und zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden.

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Übersichtskarte (zum Vergrößern in das Bild klicken):Tour 2016

Die roten Punkte sind die Tagesetappen. Von Kulmbach bis Mainz auf dem Mainradweg, von Mainz bis Speyer auf dem Rheinradweg

Hier der Link zur aufgezeichneten großen Karte.

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1. Tag:
Zugfahrt bis Kulmbach. Start in Kulmbach 13:00
Kulmbach – Breitengrüßbach  75 km

2. Tag:
Breitengrüßbach – Nordheim  118 km

3. Tag:
Nordheim – Sendelbach bei Lohr  117 km

4. Tag:
Sendelbach – Seligenstadt  137 km

5. Tag:
Seligenstadt – Mainz  82 km

6. Tag:
Mainz – Worms  66 km

7. Tag:
Worms – Speyer  58 km
Ankunft in Speyer 12:00. Rückfahrt mit dem Zug

 

Und hier einige Bilder:

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