Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen oder unbekannten Obst- und Gemüsesorten. Zum Glück gibt es diese seit längerem sogar in Supermärkten. Auch wenn manche der Früchte recht exotisch sind, versprechen sie doch immer wieder neue und ungewohnte Geschmackserlebnisse.

Informationen und Rezepte zu den Sorten sind im Internet reichlich zu finden. Im Supermarkt meines Vertrauens kann man aber auch die Verkäufer fragen oder die ausgelegten Informationsbroschüren mitnehmen. Meist kaufe ich dann ein paar dieser Früchte und probiere dann zu Hause aus, was man damit so alles machen kann. Heute war die rote Süßkartoffel dran.

suesskartoffel
Ganz so unbekannt ist sie ja nicht, wird sie doch in letzter Zeit immer mehr angeboten. So wusste ich schon, dass die Süßkartoffel nicht mit unserer Speisekartoffel verwandt ist, man die Süßkartoffel auch roh essen kann und sie sich damit sehr gut als Zusatz zu Gemüsesäften eignet.
Aber Vorsicht, unreife Süßkartoffeln sind giftig. Vor allem wenn man sie roh verwendet  müssen sie reif, dürfen also nicht mehr grün sein. 

Die Süßkartoffel gehört zu den Windengewächsen. Die Frucht selber ist die unterirdische Speicherwurzel aber auch die Blätter werden, zubereitet wie Spinat, verwendet.  Die Süßkartoffel steht nach der Speisekartoffel und Maniok auf Platz 3 der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungsmitteln. Unbestrittene Vorteile dieser Nahrungsmittel sind deren hoher Nährwert (kaum Fett, viel Kohlenhydrate und Ballaststoffe, sie machen also schnell satt), der leichte Anbau, im allgemeinen ergiebige Ernten und deren vielfältige Verwendung. Außerdem passen sie zu vielen Geschmacksrichtungen.

Ihren süßlichen Geschmack verdankt die Süßkartoffel einem hohen Zucker und Stärkeanteil. Darüber hinaus hat die Süßkartoffel einiges an gesunden Inhaltsstoffen zu bieten.
Neben Ballaststoffen, Kohlenhydratkomplexen, Proteinen, Eisen und Calcium, enthalten Süßkartoffeln pro 100g das dreifache des täglichen Bedarfs an Vitamin A und mehr als ein Drittel des Vitamin C- Bedarfs.

skart

Besonders interessant ist die Substanz Cajapo, welche hauptsächlich in der Schale der Süßkartoffel enthalten ist. Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass diese Substanz, welche im Handel als Phytotherapeutikum erhältlich ist, den Blutzuckerstoffwechsel von Diabetikern Typs II positiv beeinflusst. Cajapo führte dabei zu einer Senkung des basalen Blutzuckerspiegels (Nüchternblutzuckerspiegel), des Cholesterins und des glykosylierten  Hämoglobins, mit einer daraus resultierenden Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Veröffentlicht wurde diese Studie von der American Diabetes Association, welcher der deutschen Diabetesgesellschaft entspricht.

Roh zubereitet kann die Süßkartoffel über Salate, Müslis gerieben oder auch Säften zugesetzt werden. Besonders die rote Süßkartoffel ähnelt dabei in Konsistenz, Farbe und Geschmack leicht Möhren oder Karotten.

Andere Zubereitungsarten sind, ähnlich der Speisekartoffel, kochen, backen, grillen, braten usw.

Ein besonders leckeres Gericht ist es, die gut gewaschenen Süßkartoffeln (mit Schale) in ca. 2 cm dicke Scheiben zu schneiden, mit einer Marinade aus Rapsöl, Pfeffer, Salz und Kräutern einzupinseln und im Backofen bei 200 Grad ca. 30 min zu backen. Hinterher mit Kräuterquark servieren. Einfach unschlagbar!
Da Rapsöl einen etwas herberen Geschmack hat, gibt es einen sehr guten geschmacklichen Kontrast zur leichten Süße der Süßkartoffel.

Einfach mal probieren oder sich neue Rezepte einfallen lassen.