Neben den bekannten Smoothies, welche sich aus verschiedene Obst mit einem Mixer schön selbst zu machen sind, gibt es auch noch die „grünen Säfte“. Das sind reine Gemüsesäfte oder Kombinationen aus Obst und Gemüse. Im Gegensatz zu den Smoothies schmecken diese herber oder sogar leicht bitter. Was nun gesünder ist, Obst oder Gemüse, lässt sich pauschal nicht beantworten. Schon die Definition, was denn nun Obst und Gemüse ist, fällt selbst Lebensmittelwissenschaftlern schwer. Immer wieder gibt es irgendwelche Ausnahmen, bei denen eine genaue Zuordnung schwer möglich ist. So ist die botanische Definition (nach der Lebensdauer) zurzeit die mit den wenigsten Wiedersprüchen: Gemüse stammt von einjährigen Pflanzen und Obst von mehrjährigen. Das führt dann dazu, dass z.B. Melonen zu den Gemüsen  zählen (botanisch verwandt mit Kürbis und Gurke), obwohl viele die Melonen für Obst halten. Und die Erdbeere? Die Erdbeere gehört zu den Sammelnussfrüchten. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind nämlich die kleinen gelben Nüsschen an der Oberfläche. Es wird also nicht einfacher. Doch wieder zurück zu den Gemüsesäften.

Diese können im Prinzip auch mit dem Mixer hergestellt werden. Da Gemüse meist faseriger und  trockner als Obst ist, kann im Mixer schnell eine sehr zähe Masse entstehen, die den Motor überfordert. Man sollte also, abhängig von der Gemüsesorte etwas Wasser in den Mixer füllen. Das Ergebnis ist dann ein mehr oder weniger dicker Saft (oder Brei), welcher einen besonders hohen Anteil an Ballaststoffen hat. Die Ballaststoffe führen dazu, dass man davon recht schnell satt wird. Will man eine hohe Wirkstoffdichte aufnehmen, sollten die Ballaststoffe im Gemüsesaft reduziert werden. Mit einem Entsafter (mechanische Entsafter, nicht Kochentsafter) hat man dieses Problem nicht, da dieser durch sein Funktionsprinzip sehr gut den Saft der Früchte vom Feststoffanteil (Trester) trennt. Wirklich gute Entsafter sind aber recht teuer. Auch ist die Reinigung der Geräte für die tägliche Anwendung zu aufwändig. Ich mache mir Gemüsesäfte daher mit dem Mixer und presse den dicken Saft durch ein Sieb, sodass Saft und Feststoffe getrennt werden. Das ist zwar oft eine schöne Sauerei weil das Sieb verstopft,  lässt sich aber auf jeden Fall schneller reinigen als ein Entsafter. Auch steht nicht noch ein weiteres Gerät in der Küche herum. Den Trester muss man nicht wegwerfen. Dieser hält sich im Kühlschrank durchaus ein bis zwei Tage und kann zum Würzen oder als Suppengrundlage verwendet werden.

Aber warum überhaupt Gemüsesäfte, wenn die leckeren Obstsäfte auch gesund sind?

  • Verzögerung der Alterungsprozesse (wird immer interessanter für mich)
    Grüne Säfte haben einen hohen Anteil an Antioxidantien. Deren Hauptaufgabe ist die Bekämpfung der freien Radikalen. Das sind Moleküle, die die Körperzellen schädigen und u.a. den Alterungsprozess beschleunigen. Freie Radikale sind natürliche Überreste der Stoffwechselprozesse im Organismus, sie können aber auch von äußeren Faktoren herrühren wie Tabak, industriell hergestellten Lebensmitteln und Umweltverschmutzung.
  • Reinigende Wirkung
    Gemüsesäfte haben meist einen hohen Anteil an Bitterstoffen, welche die Verdauung und damit die Ausscheidung von Giftstoffen fördern.
  • Sauerstoffaufnahme des Blutes
    Grünes Blattgemüse enthält sehr viel Chlorophyll. Dieser Pflanzenfarbstoff ist in seiner Molekülstruktur beinahe identisch dem Hämoglobin. Dieses Protein hat die Aufgabe den Sauerstoff im Blut zu sämtlichen Zellen im Körper zu transportieren. Durch diese Ähnlichkeit wird das aufgenommene Chlorophyll schnell in Hämoglobin verwandelt und so die Sauerstoffaufnahme des Blutes erhöht.
  • Entsäuerung
    Gemüse (und Obst) sind die einzigen natürlichen Lebensmittel, die eindeutig basisch auf den Körper wirken.
    Der neutrale pH- wert ist 7, Blut hat einen pH- wert von 7,35 – 7,45, ist also leicht basisch. Viele Lebensmittel übersäuern den Körper, bringen den Säure- Basen- Haushalt aus dem Gleichgewicht. Ständige Übersäuerung schädigt das Gewebe und auf Dauer zur Störung aller Zellaktivitäten. Neuere Studien haben außerdem gezeigt, dass sich Krebszellen in einem basischen Milieu nicht vermehren können.

Es gibt sicher noch weitere positive Eigenschaften. Hier aber mal lieber ein Rezept eines grünen Starters in den Tag und deren Zubereitung:

Zutaten:

  • 1 Apfel
  • ½ Gurke
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 Handvoll Spinat
  • 1 Stück Ingwer (Kirschgroß)
  • Wasser

Zubereitung:
Gemüse waschen, kleinschneiden und mit etwas Wasser im Mixer gründlich zerkleinern. Hinterher durch ein Sieb geben.

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Der Saft hat einen recht herben Geschmack, ist aber neben der gesunden Wirkung durchaus geschmacklich eine Alternative zu den Obstsmoothies.
Und sonst so?
Jeden Tag mache ich mir diese Säfte nicht, dafür ist mir der Aufwand zu groß und Zeit habe ich auch nicht immer dafür. Da ich versuche mich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, verwende ich die Säfte meist nach Festtagen oder anderen Fressorgien, damit der Körper wieder ins Gleichgewicht kommt.
Giftstoffe leitet der Körper unter anderem über den Schweiß aus. So haben regelmäßige Saunagänge neben der Stärkung von Kreislauf- und Immunsystem eben auch den Effekt der Entgiftung durch das starke Schwitzen. Sauna ist für mich aber vor allem ein hoher Zeitaufwand, so dass ich mir diesen „Luxus“ meist nur ein- bis zweimal pro Jahr gönne.
Beim Training schwitze ich im allgemeinen genug, nur dass ich in den Wintermonaten tendenziell weniger trainiere und damit auch weniger Gelegenheit habe Giftstoffe über den Schweiß loszuwerden. Hier helfen die grünen Säfte mit deren reinigender Wirkung die Entgiftung zu unterstützen.
Man sollte von den Säften (ob grüne Säfte oder Smoothies) aber keine Wunder erwarten. Sie können nur unterstützen oder gelegentliche Mangelerscheinungen ausgleichen. Die Basis muss eine gesunde Ernährung sein. Wer weiterhin zu viel, zu fett und zu süß isst und sich dazu noch zu wenig bewegt, wird das auch mit gesunden Säften nicht kompensieren.