Vitamin C scheint ja immer mehr das Allheilmittel für und gegen alles zu sein. Vielen Medikamenten, Lebensmitteln, ja sogar Shampoos, Cremes und Katzenfutter wird Vitamin C zugesetzt um zusätzliche positive Effekte zu erzielen. Doch stimmt das alles, was da versprochen wird oder spielt hier eher das Marketing der Pharma- und Lebensmittelindustrie eine Rolle?
Über die Wirkung von Vitamin C gibt es viele Studien mit zum Teil völlig gegensätzlichen Ergebnissen. Zum einen wird die positive Wirkung von Vitamin C, egal ob natürliches oder synthetisch hergestelltes, betont. Zum anderen wird die Wirkung von Vitamin C deutlich differenzierter gesehen.
Und dann gibt es da noch die Geschichte, dass mit der Entdeckung der synthetischen Herstellung von Vitamin C (Ascorbinsäure) ein beispielloser Marketingfeldzug des Pharmaunternehmens Roche in den 30er/ 40er Jahren gestartet wurde, für den sogar Ergebnisse aus Langzeitstudien nachweislich manipuliert wurden.
Kann es also sein, dass hier ein Mythos entstanden ist, ähnlich dem, das in Spinat besonders viel Eisen enthalten ist?
Richtig ist, dass der Körper Vitamin C braucht. Er kann es selbst nicht herstellen und es im Gegensatz zu den fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) kaum speichern. Vitamin C zählt zu den wasserlöslichen Vitaminen, zerfällt daher sehr schnell und muss regelmäßig zugeführt werden.
Hier zunächst einmal einige Ergebnisse der Studien über Vitamin C:

  • Forscher fanden heraus, dass Vitamin C Krebszellen abtötet und gesunde Zellen unbeschadet lässt. Dazu muss Vitamin C aber intravenös verabreicht werden, da der Körper solch großen Mengen über die Verdauung nicht aufnehmen kann.
  • Das Verhindern von Erkältungen durch Vitamin C konnte bisher nicht klar nachgewiesen werden. Nur bei Leistungssportlern half zusätzliches Vitamin C als Schutz vor Erkältung, aber nur geringfügig.
  • Auf die Wundheilung kann Vitamin C einen positiven Einfluss haben.
  • Der Körper entgiftet sich mit Vitamin C besser. In der Leber aktiviert Vitamin C ein Enzym. Dieses Reinigt das Blut von Giften, die der Körper dann ausscheidet.
  • Die offiziellen Angaben für den täglichen Bedarf liegen bei 80 bis 100 mg täglich. Bei Krankheit, Stress und Rauchen ist der Bedarf höher.
  • Bei Vitamin C aus natürlichen Quellen wie Obst und Gemüse ist eine Überdosierung kaum möglich, das Vitamin C wasserlöslich ist wird zuviel aufgenommenes Vitamin C ausgeschieden.
  • Anders sieht es bei synthetischen Vitamin C aus. Hier ist eine Überdosierung durchaus möglich. Studie haben gezeigt, dass bei solchen Überdosierungen das Herzinfarktrisiko deutlich ansteigt und es zu Ablagerungen in den Nieren und damit zu Nierensteinen kommen kann.
  • Bei Vitamin C Mangel findet eine bis zu 25% geringere Fettverbrennung statt, d.h. eine höhere Tendenz zur Fettleibigkeit.
  • Menschen mit geringerem Vitamin C- Spiegel erkranken häufiger an Parodontose. Allerdings, da Vitamin C häufig über besonders säurehaltiges Obst aufgenommen wird, greift die Säure wiederum den Zahnschmelz an.
  • Die einzige wirklich nachgewiesene Wirkung hat zusätzliche Vitamin C bei Skorbut. Einer besonders unter Seefahrer gefürchteten Mangelkrankheit, welche durch zusätzliches Vitamin C in Form in Fässern mitgeführten Sauerkraut bekämpft wurde.

Aber auch ich gebe mir bei den ersten Erkältungssymptomen die volle
Vitamin C- Dröhnung, indem ich Zitronen oder andere Zitrusfrüchte auspresse und mit Mineralwasser verdünnt trinke. Solche Getränke mixe ich mir zwar auch sonst immer mal, beim ersten Kratzen im Hals trinke ich dann schon mal den Saft (verdünnt) von 3-6 Zitronen am Tag. Dafür presse ich aber wirklich die Früchte (Zitronen, Limonen, Orangen) aus und verwende keinen fertigen Saft aus dem Handel.
Nach einigen Tagen geht es mir meist wirklich besser. Ob das dann am vielen Vitamin C liegt oder die Verbesserung (oder Nichtverstärkung der Beschwerden) damit zusammenhängt, dass ich in solchen Zeiten einfach mal bewusst einen Gang zurückschalte und sich der Körper dadurch regeneriert, kann und will ich gar nicht wissen.
Auf jeden Fall ist mir eine Kur mit natürlichem Vitamin C und etwas Ruhe lieber, als Medikamente und künstliche Vitamin C- Präparate. Außerdem gilt auch bei  natürlichen und pflanzlichen Medikamenten die Regel: keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Wer sich gesund ernährt der weiß natürlich, dass Vitamine aus natürlichen Quellen wie Obst und Gemüse wirken besser, als synthetisch hergestellte Vitamine in Vitaminpräparaten und Nahrungsmittelzusätzen. Ein Apfel ist eben mehr als die Summe seiner Inhaltsstoffe, die mittlerweile fast alle auch synthetisch hergestellt werden können.
Doch in welche Lebensmittel haben einen besonders hohen Anteil an Vitamin C?

  • Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen…)
  • Fenchel
  • Paprika
  • schwarze Johannisbeeren
  • Sanddornbeere
  • Hagebutte
  • Grünkohl

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und das ist vor allem auch ein Zeichen dafür, dass es bei einer ausgewogenen Ernährung einen Vitaminmangel eigentlich nicht gibt.