Die benötigte Energie bezieht der Körper vor allem über Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. Doch obwohl Kohlenhydrate und Fette die gleiche Energiemenge (Kalorien) pro Gramm haben, werden diese vom Körper unterschiedlich verarbeitet.
Fette und Eiweiße werden nur langsam in Energie umgewandelt, stehen dem Körper aber länger zur Verfügung. Für den schnellen und (kurzfristig) hohen Energiebedarf greift der Körper auf den Kohlenhydratspeicher zurück.
Im Gegensatz zu den großen Fettspeichern, kann der Körper, abhängig vom Trainingszustand, nur zwischen 370 und 600 Gramm Kohlenhydrate in Form von Glykoken speichern. Das reicht bei einer intensiven Dauerbelastung gerade mal für 60 bis 90 Minuten. Der Nachteil der geringen Speichermenge wird aber durch die Möglichkeit ausgeglichen, dem Körper Kohlenhydrate sehr schnell und mit vielen unterschiedliche Nahrungsmitteln zuführen zu können.
Es beschränkt sich dabei nicht auf die oft zitierte Nudelparty am Abend vor einem Marathon. Nudeln aus Hartweizen haben zwar einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, aber auch eine lange Verdauungs-oder Resorptionszeit. Wesentlich schneller werden Kohlenhydrate über direkte Getreideprodukte vom Körper aufgenommen. Wenn ich mal keine Zeit zur Vorbereitung habe oder mich spontan zu einer Trainingseinheit entschließe, mache ich mir folgenden Energiesnack, welcher schnell zubereitet ist:

  • 1 Banane mit einer Gabel zerdrücken bis ein Brei entsteht
  • ca. 3 EL Tsampa langsam in Etappen unterrühren (siehe Artikel Tsampa)
  • geschnittene getrocknete Datteln
  • einige Kürbis- und Sonnenblumenkerne

Das Ganze sieht zwar etwas seltsam aus, schmeckt aber gut. Ca. 1 Stunde vor dem Training gegessen dämpft es das Hungergefühl und liefert lange Energie.

Wer Abnehmen will sollte allerdings die Aufnahme von Kohlenhydraten deutlich reduzieren und diese vor dem Schlafengehen ganz vermeiden. Für Sportler ist die Reduzierung von Kohlenhydraten aber immer eine Gratwanderung.
Da bei Ausdauerleistungen Kohlenhydrate zuerst verstoffwechselt werden, entsteht entweder noch während des (langen) Trainings oder danach ein starker Heißhunger. Das führt meist dazu, dass man sich im Anschluss an das Training mit Süßigkeiten vollstopft. Der Körper giert regelrecht danach. Hier hilft nur Disziplin. Wer das nicht immer schafft (so wie ich auch) kann die Heißhungerattacken unter anderem mit einem Gel aus Chiasamen siehe Artikel Chiasamen) dämpfen.