Mit einigen Vorbereitungen gelingen mit der GoPro auch Timelapse und Slowmotions.

Timelapse (Zeitraffer) werden meist für Aufnahmen über sehr lange Zeiträume verwendet, wie z.B. Sonnenaufgänge, Wolken usw . Das typische Ruckeln der Aufnahmen kann aber auch als gestalterisches Mittel eingesetzt werden.
Zeitraffer können auf verschiedenen Wegen erzeugt werden. Zum einen kann man einen normalen Film schneller ablaufen lassen, der übliche Weg ist aber, viele Fotos hintereinander zu schießen und diese mit einem Videoschnittprogramm zu einem Film zusammen zusetzen. Für die Aufnahmen ist unbedingt ein Stativ notwendig, denn wir sprechen hier von mehreren hundert Bildern bis tausend Bildern von einem festen Standpunkt aus.


Die Aufnahmesequenz der Fotos richtet sich nach der Filmszene. Dabei gilt: Schnelle Abläufe werden mit einer kurzen Sequenz (0,5 – 2 Sekunden), langsame Abläufe mit einer längeren Sequenz (2- 60 Sekunden) aufgenommen. Um die Länge des Filmes zu ermitteln sollte man wissen, dass Filme im Allgemeinen mit mindestens 25 Bildern pro Sekunde ablaufen. Ab dieser Bildfrequenz führt die Trägheit des Auges dazu, dass Einzelbilder nicht mehr wahrgenommen werden. Hier hilft ein simples Rechenbeispiel:
Wird alle 10 Sekunden ein Bild aufgenommen, bedeutet das 6 Bilder pro Minute. Wird in dieser Sequenz eine Stunde „gefilmt“ werden 360 Bilder erzeugt. Teilt man diese Anzahl durch 25 (Mindestfrequenz für einen Film), wird ein Film von 14,4 Sekunden erzeugt. Wird alle 2 Sekunden ein Bild aufgenommen (das ist so der übliche Durchschnitt) werden bereits 1800 Bilder pro Stunde aufgenommen und lassen  einen Film von 72 Sekunden entstehen. Die Abspielfrequenz ist in den meisten Videoschnittprogrammen frei wählbar, so dass auch hier noch Anpassungen zu Filmlänge und Geschwindigkeit möglich sind.

Hier einige durchschnittliche Aufnahmesequenzen:

Sonnenaufgang: alle 10 Sekunden ein Bild
Ziehende Wolken: alle 2 – 5 Sekunden ein Bild
Straßenverkehr: alle 1 – 2 Sekunden ein Bild

Mit Timelapseaufnahmen lassen sich ungewöhnliche, interessante und überraschende Effekte erzeugen, man kann hier also seiner Fantasie freien Lauf lassen. Die GoPro Hero lässt Aufnahmesequenzen von 0,5 – 60 Sekunden zu.
Den folgenden Film habe ich aus  9125 Einzelbildern erzeugt. Die Bilder wurden in unterschiedlichen Sequenzen (Bilder pro Minute) aufgenommen.
Bei zwei der Filmsequenzen (Bahnhofsvorplatz in Gotha, Schlossvorplatz) läuft neben dem Zeitraffer noch ein Kameraschwenk ab. Diesen habe ich mit einem motorischen Stativkopf erzeugt. Dieser schwenkt die Kamera pro Sekunde um 0,1°, so dass pro Stunde eine Drehung um 360° ausgeführt wird.

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Mit Slowmotions (Zeitlupen) wiederum lassen sich durch die extreme Verlangsamung von Filmaufnahmen Dinge erkennen, für welche das menschliche Auge viel zu träge ist. Um Zeitlupen flüssig darzustellen ist es wichtig, diese mit mindestens 120 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Dazu sind nicht alle Kameras in der Lage. Die GoPro Hero 2 schafft die 120 Bilder pro Sekunde zwar auch nur in WVGA Auflösung (848x 480), für Videos auf Youtube reicht das aber völlig aus.
Noch flüssigere Zeitlupen sind mit der die GoPro Hero 3 Black Edition möglich.  Diese schafft in der WVGA Auflösung bereit 240 Bilder pro Sekunde.
Auch hier ein Beispiel von mir (120 fps):