Für eine vegetarische Proteinversorgung im Sport greift man meist  auf Sojaprodukte zurück. Wer aus ethischen oder anderen Gründen  auf tierische Produkte bei der Ernährung verzichten will,  sollte den Sojaanbau aber dennoch kritisch betrachten.

Für  den extensiven Sojaanbau wird unter anderem in Argentinien viel Waldfläche vernichtet. Vor 10-15 Jahren wurde in Argentinien noch auf  1 Million Hektar Fläche Soja angebaut. Heute sind es schon ca. 15 Millionen Hektar

Auch Brasilien fördert seit den 60er Jahren den Anbau von Soja. Um durch Abholzung weitere Anbauflächen zu gewinnen, werden dann schon mal die Schutzbestimmungen für den Regenwald „gelockert“. Monokulturen und große Flächen auf denen der Wind leichtes Spiel hat sind die Hauptfaktoren  welche zur Verödung ganzer Landstriche führen. Gegen den Verlust von fruchtbarem Boden durch Erosion und die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall durch Monokultur wird dann im großen Stil  mit Pestiziden oder genmanipuliertem Saatgut vorgegangen. Nach einigen Jahren extensiver Bodennutzung bleibt meist totes Land zurück.

Es gibt zwar einige Hersteller, welche für Ihre Sojaprodukte mit einen ökologischen Anbau werben, nachprüfen kann man das aber nicht, und das wissen die Hersteller auch.

Unbestritten ist die Notwendigkeit von Sojaanbau  um den steigenden Bedarf an Eiweiß für die Ernährung des Menschen  decken. Die Frage ist nur, ob durch die steigende Sojaproduktion erst ein Markt/ Bedarf erzeugt wird.

Wiedersinnig ist der extreme steigende Anbau von Soja als Futtermittel. Denn der bedeutet, dass Soja, eine Eiweißhaltige Pflanze, angebaut wird, um Tiere zu füttern, welche wiederum Eiweiß  für die Ernährung des Menschen liefern.  Auch ich möchte natürlich nicht auf  Steak (oder als Thüringer auf Bratwurst) verzichten. Fleisch wird heute  aber in solch extrem hohen Mengen produziert, dass laut neusten Forschungsergebnissen die Tierzucht  für 20 – 50 % des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich ist.

Was macht man als Sportler, um sich mit einem gutem Gewissen  pflanzlich mit Eiweißen zu versorgen? Hier eine Pflanze, welche nicht nur eine Alternative zu Soja ist, sondern deren Eiweißgehalt sogar um ein vielfaches übersteigt:

Süßlupine

Die Süßlupine wird heute in ganz Europa angebaut und hält immer mehr Einzug in die Naturkostläden. Neben dem hohen Anteil an Eiweiß enthält die Süßlupine alle unentbehrlichen Aminosäuren, inklusive Lysin, das in den meisten Getreidesorten nicht vorkommt. Durch einen Fettgehalt von vier bis sieben Prozent ist sie deutlich Fettärmer als Sojabohnen.  Das Fett besteht zu einem großen Anteil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, außerdem ist das Mehl Stärke- und Glutenfrei.

Lupinenmehl wird in der Nahrungsmittelindustrie schon seit einigen Jahren verstärkt eingesetzt. Aufgrund des hohen Gehaltes an antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffen erhöht Lupinenmehl die Haltbarkeit der Backwaren, verleiht dem Gebäck eine leichte Gelbfärbung und einen nussigen Geschmack.

Die Süßlupine ist kein Getreide, sondern  verwandt mit der Erbse. Ursprünglich kam sie als Wildblume aus Südamerika. Einige Arten wurden  kultiviert und sind essbar. Bei ihnen wurden die giftigen Bitterstoffe (Alkaloide) herausgezüchtet- daher der Name Süßlupine.

Das Imageproblem der Sojabohne (Genveränderte Pflanzen, Pflanzenschutzmittel, Pestizide), hat die Süßlupine nicht, denn viele Pflanzenschutzmittel sind für den Lupinenanbau in Deutschland nicht zugelassen. Außerdem ist die Lupine in der ökologischen Landwirtschaft als  Verbesserer  des Bodens begehrt. Lupinen wachsen auf sandigen, kargen, sauren Böden mit einem pH- Wert unter 6,5. Sie holen mit Hilfe von Bakterien den Stickstoff der Luft und reichern den Boden damit an, wirken somit wie ein Naturdünger. Mit ihren tiefen Wurzeln lockern sie außerdem das Erdreich auf.
Also alles „Grün“?
Grün ja, aber nicht für jeden gesund. Lupinen können, wie alle Eiweiße, bei einigen Menschen Allergien auslösen. Das betrifft meist Menschen, welche auch gegen Erdnüsse und Soja allergisch sind.

Soviel zum Eiweiß. Was gehört noch in einen Sportriegel? Genau, Kohlenhydrate. Hier ist Auswahl an pflanzlichen Zutaten ungleich höher. Kohlenhydrate stecken vor allem in Getreiden und Kartoffeln. Natürlich auch in Nudeln, aber diese sind meist aus Getreide gemacht.  Kohlenhydrate sind Zuckermoleküle (Stärke) und neben Fetten in erster Linie Energielieferanten. Neben  schneller, kurzzeitig, zur Verfügung stehenden Energie im Training und Wettkampf dämpfen  Kohlenhydrate auch das Hungergefühl vor dem Training.

Neben den bekannten Kohlenhydratlieferanten hier mal eine eher unbekannte Pflanze:

Quinoa

Quinoa diente den Inkas lange Zeit als Grundnahrungsmittel. Quinoa , auch Inkareis genannt, ist kein Getreide sondern ein Gänsefußgewächs und gehört botanisch zur gleichen Familie wie Spinat, Mangold und Rote Beete. Es ist glutenfrei und hat einen hohen Anteil an Eiweiß. Quinoa liefert mehr Calcium als Weizen oder Roggen und mehr als doppelt so viel Eisen und 50 Prozent mehr Vitamin E als Weizen. Der Kohlenhydratanteil in Quinoa ist nicht so hoch wie in Getreide. Durch den niedrigen glykämischen Index von Quinoa wird die Energie aber langsamer und stetiger in das Blut abgegeben. Der vergleichsweise geringere Kohlenhydratanteil  steht daher als Energielieferant  länger und gleichmäßiger zur Verfügung. Das ist interessant vor allem für Menschen, welche ihr Gewicht reduzieren wollen. Quinoa wird wie Reis zubereitet, sollte aber vor dem Kochen gründlich gespült werden. Nach dem Kochen hat Quinoa einen leicht nussigen Geschmack.

Nach der Theorie nun endlich zur Herstellung des Riegels.

Zutaten (erst einmal eine kleine Menge zum Testen):

50 g Quinoa (ungekocht)

20 g Mandeln oder Nüsse (Energie und Geschmack)

5 Datteln (pure Energie)

2 EL Süßlupinenmehl ( Eiweiß)

1 EL Erdnusscreme (Energie und Geschmack)

2 EL Trockenfrüchte (Energie und Geschmack)

Zubereitung:

Quinoa nach Anleitung kochen, in ein Sieb geben um das Wasser zu entfernen und abkühlen lassen. Alle Zutaten hinzugeben und mit einem kräftigen Pürierstab zu einer gleichförmigen Masse verarbeiten. Auf Backpapier geben, mit einem angefeuchteten Nudelholz auf eine Dicke von ca. 5 mm auswalzen und in den Kühlschrank stellen. Wenn die Masse etwas fester ist in Streifen schneiden. Im Kühlschrank halten sich die Riegel dann ca. 4 Tage.

Mit den Zutaten kann man je nach Geschmack variieren.  Die wichtigsten Zutaten sind aber Süßlupinenmehl und Quinoa.

Rezept für einen schnellen Eiweißdrink:

Reife Banane (+ anderes reifes Obst, je nach Geschmack)

Als Flüssigkeit  Hafertrunk oder Reistrunk (zur Not geht auch Mineralwasser)

2 EL Sußlupinenmehl

Alle Zutaten mit einem Passierstab passieren. Die Zubereitung geht schnell, es schmeckt gut, ist  preiswert und man weiß vor allem was drin ist.