Neben  Alternativen zu den üblichen Energieriegeln und- gels im Ausdauersport, hier mal ein Artikel über Bulgur als eine weitere Variante  für weniger tierische Produkte in der täglichen Ernährung.

Auch wenn vegetarische oder sogar vegane Ernährung mal wieder stark in den Vordergrund rücken, notwendig sind diese z.T. extremen Ernährungsformen nicht. Durch  Studien wurde hinreichend belegt, dass schon eine Reduzierung von tierischen Eiweißen und Fetten ausreicht, um sich gesund zu ernähren.

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Ein zuviel an tierischen Fetten führt im Zusammenhang mit dem allgemeinen Bewegungsmangel zu vielen Zivilisationskrankheiten, welche unsere unmittelbaren und weiter entfernten Vorfahren nicht kannten.
Zum Beispiel waren Bluthochdruck und Gicht vor gar nicht so langer Zeit die üblichen Krankheiten der Reichen, denn nur sie konnten sich Fleisch und wenig Bewegung leisten.

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Auch in der Römerzeit war bekannt, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung höhere Leistungen ermöglicht. Zwar kannten die Römer die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge nicht, die Soldaten der Legionen merkten aber sehr wohl, dass sie auf langen Märschen leistungsfähiger waren, wenn sie an den vorangegangenen Tagen nur Getreidekost zu sich genommen hatten. Wurde vorher viel Fleisch gegessen, welches den Soldaten durchaus zur Verfügung stand, ließ die Ausdauerleistung schneller nach.
Jeder Ausdauersportler kann es bestätigen: Eine Bratwurst, selbst 4 Stunden vor einem langen Lauf, mindert die Leistung enorm. Energieriegel auf Getreidebasis hingegen dämpfen den Hunger und füllen die Kohlenhydratspeicher. In Kombination mit länger wirkender Energie aus Kokosöl und/ oder Chiasamen erhält man einen besonders gut verdaulichen Energieschub. Beachten sollte man aber, dass das Korn vorher verarbeitet wurde wie z.B. bei Tsampa.

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Damit spannt sich der Bogen auch schon zum Thema “Bulgur”. Bulgur ist ähnlich wie Tsampa ein Verarbeitungsschritt vom Getreide zum Lebensmittel. Wie schon einmal beschrieben, ist Tsampa Gerste, welche geröstet und danach gemahlen wurde. Tsampa ist somit auch ohne Kochen oder Backen ein fertiges Lebensmittel.

Bulgur ist eher ein Zwischenschritt zur fertigen Mahlzeit oder Beilage und hat in Orientalischen Ländern eine ähnliche Bedeutung, wie bei uns die Kartoffel. Für Bulgur wird meist Hartweizen verwendet. Dieser wird eingeweicht, gedämpft, danach an der Luft getrocknet und zu einem mehr oder weniger groben Schrot zerstoßen. Die Kleie wird größtenteils mechanisch entfernt. Die Herstellung ist also recht aufwendig. Zubereitet wird Bulgur dann ähnlich wie  Reis oder Kuskus, also wenige Minuten kochen und danach ca. 15-20 Minuten quellen lassen. Als ungebleichtes Getreideprodukt enthält Bulgur viel pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und wenig Fett.
Bulgur kann vielseitig verwendet werden, z.B. als Beilage zu Gerichten ( wir alle kennen das schöne Wort “Sättigungsbeilage”), zu Müslis, kalten und warmen Salaten oder auch in einer festeren Konsistenz als Bratling in der Pfanne zubereitet werden. Es schmeckt, abhängig vom verwendeten Getreide, leicht nussig.
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Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit können hier zu Bulgur aus Buchweizen greifen. Buchweizen ist ein Pseudogetreide wie Quinoa und Amarant und gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Es enthält wie die Getreidearten Reis, Mais und Hirse kein Gluten. Weizen, Dinkel und Roggen haben dagegen einen besonders hohen Anteil an Gluten. Gluten ist ein Stoffgemisch aus Proteinen und wird auch Klebereiweiß genannt. Es ermöglicht erst, dass aus Mehl und Wasser ein Teig entstehen kann. Mehl ohne Gluten kann daher nicht zum Backen von Broten (Brotlaib) und Kuchen verwendet werden.

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Um wieder zum Ausgangsthema zurückzukommen,  es lohnt sich durchaus, auch bei der täglichen Ernährung, mal über den Tellerand hinauszuschauen. Das Probieren neuer Lebensmittel und Gerichte macht Spaß, erweitert den geschmacklichen Horizont und führt meist dazu, dass man sich bewusster mit seinen Ernährungsgewohnheiten auseinandersetzt.