Seit letztem Jahr drängen immer mehr elektronische Helferlein in den Fitnessbereich. Man könnte glauben Training funktioniert nur noch, wenn man ständig Puls, verbrauchte Energie und zurückgelegte Wegstrecke ermittelt. Genau diese Daten zeichnen die neuen Activity- Tracker, meist in Form von Armbändern, nämlich auf.

Woher kommt der plötzliche Hunger nach solchen Daten? Helfen uns die neuen Geräte wirklich dabei fitter zu werden? Und wann ist man eigentlich fit?

Fitness im allgemeinen Sinne ist die Fähigkeit des Körpers sich ohne größere Probleme an wechselnde Belastungen anpassen zu können. Vor allem meint man damit die körperliche Ausdauerleistung. Leider werden wir durch zu wenig Bewegung und falsche Ernährung immer träger. Die Folgen: Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes.
Wir finden kaum zu einer gesunden Balance zwischen aufgenommener und verbrauchter Energie. Rein rechnerisch könnten wir bei der täglich über die Nahrung aufgenommenen Energie mehrere Stunden am Stück Laufen (schnell Laufen!). Praktisch sind wir aber kaum noch in der Lage dazu. Unser Körper hat vergessen, dass wir früher dem Schnitzel hinterher und Gefahren davonlaufen mussten.

Um gesund zu bleiben sind solche extremen Belastungen aber gar nicht nötig.
Studien haben bestätigt, dass es schon reicht am Tag 10.000 Schritte zu gehen, um pro Woche zwischen 2000 und 3500 Kalorien zusätzlich zu verbrennen.
Tatsächlich kommt ein Büroangestellter im Durchschnitt gerade mal auf ca. 1500 Schritte am Tag. Um es als Strecke auszudrücken: 10.000 Schritte sind ca. 6 – 8 km. Dabei sind die 10.000 Schritte nur als grober Richtwert gedacht. Alle anderen Bewegungsarten wie Radfahren, Schwimmen, Wandern, Tanzen usw. verbrennen auch Energie. Wie viel, ist unter anderem abhängig von Alter, Geschlecht, Gewicht und körperlicher Konstitution. Um eine ungefähre Vorstellung über seinen Kalorienverbrauch zu bekommen sollen uns hier nun die Activity- Tracker unterstützen.
Die Tracker ermitteln durch die Bewegungsmuster, welcher der 3D- Sensor aufzeichnet, zusammen mit den persönlichen Angaben wie Alter, Geschlecht und Gewicht den Kalorienverbrauch über einen definierten Zeitraum (täglich, wöchentlich…).
Die Berechnung des Kalorienverbrauchs ist dabei natürlich nur sehr grob, aber der Sinn des Gerätes ist auch eher die Motivation. Es gibt ein Ziel und eine ständige Messung in wie weit dieses erreicht wurde. Das schicke Design der Geräte und die Möglichkeit seine Werte mit anderen zu Teilen/ Vergleichen führt dann  zu einem gewissen Druck, dem man sich ganz gern aussetzt. Der Tracker ist also Motivator und Trainer, er soll vor allem anspornen. Nicht mehr, und nicht weniger.

Gibt es da nicht auch noch die Pulsuhren?   Ja, aber…

Erst einmal der Unterschied zwischen Pulsuhr und Activity- Tracker:

Pulsuhr:

Diese zeichnet EKG-genau den Puls während des Trainings auf und ermöglicht so eine sehr genaue Auswertung. Für ein systematisches Ausdauertraining ist es wichtig zu ermitteln, wie lange man in welchem Trainingsbereichen trainiert und wie schnell sich das kardiologische System an wechselnde Belastungen anpasst. Aus diesen Angaben und Algorithmen, welche auf Sportmedizinischen Daten basieren, erstellt z.B. POLAR Trainingsprofile, welche eine sehr detaillierte Trainingsplanung ermöglichen.
Nach meiner Erfahrung sind für ein systematisches Ausdauertraining Pulsuhren unabdingbar. Diese helfen nicht nur bei der Trainingsgestaltung, sondern zeigen besonders Anfängern sehr gut evt. Über- und Unterbelastungen beim Training an. Ich persönlich nutze die RCX 3 von Polar.

Activity- Tracker:

Sind im Grunde nur Schrittzähler. Wobei “ nur“ weit untertrieben ist. Die Sensoren der Tracker können nähmlich erstaunlich genau unterscheiden, ob man wirklich läuft (oder geht), oder den Tracker nur schüttelt.

Und nun zum LOOP von Polar:

Polar ist als führender Hersteller von Pulsuhren nun auch auf den Zug mit den Activity- Trackern aufgesprungen. Ob Polar das nötig hat, mag dahin gestellt sein. Vor allem ist es Marketing, über ein trendiges Produkt eine Markenbindung zu erreichen und somit die Lust auf mehr (mehr Polarprodukte) zu machen. Zugegebener Weise ist Polar seinem hohen Anspruch in Bezug auf Verarbeitung, Design und Funktion mit dem LOOP voll gerecht geworden.

Der 3D- Sensor ermittelt erstaunlich genau die Bewegungsmuster und ist sogar in der Lage ruhigen von unruhigen Schlaf zu unterscheiden. Im Unterschied zu den Pulsuhren geht es nicht um ganz genaue Werte. Das soll es auch gar nicht.
Der Aha- Effekt stellt sich dann nach einiger Zeit ein, nähmlich nach Übertragung der Daten auf die sehr gut gemachte Webseite des Herstellers. Hier kann man dann sehr schön seine Aktivitätsprofile über verschiedene Zeiträume auswerten.
Das wirklich interessante dabei ist, dass man den Umfang seiner körperlichen Aktivitäten meist überschätzt. Da ist es dann schon ganz schön, dass da etwas ist (nähmlich der LOOP), das einen daran erinnert, die nächsten Tage wieder etwas mehr zu tun.
Als Zwischenschritt zwischen Activity- Tracker und Pulsuhr kann man beim LOOP über einen Brustgurt mit Bluetoothsender auch den Puls auf das Gerät übertragen und angezeigt bekommen. Eine Pulsuhr für systematisches Training kann der LOOP damit allerdings nicht ersetzen. Diesen Anspruch erhebt Polar mit dem LOOP aber auch nicht.

Fazit:

Als Motivator ist der LOOP wirklich geeignet. Er ist sehr gut verarbeitet, sieht schick aus, ist einfach zu bedienen und erfüllt seinen Zweck: Er ist der tägliche „motivierende“ Tritt in den Hintern von Bewegungsmuffeln.

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