Der derzeitige Platzhirsch Google hat seit Juli 2009 einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Die Suchmaschine Bing trat als unmittelbare Nachfolgerin von „microsoft search“ gegen Google an.
Google mauserte sich immer mehr zum Universalanbieter von Anwendungen rund um Kommunikation, Office, Maping und Grafik.
Mit der Entscheidung von Google, nach der Entwicklung eines eigenen Browsers (Chrome), nun auch noch ein Betriebssystem zu entwickeln, sah Microsoft nun endgültig die Felle davonschwimmen. Hier sollte Bing für Microsoft ein erster Schritt sein, verlorenen Boden zurück zu gewinnen.

Nachdem Google mit seinem Minimaldesign vor Jahren auf der Bildfläche erschien (gab es je eine Zeit ohne Google?), rutschte „Microsoft search“, wie auch einige andere Suchmaschinen, immer mehr in die Bedeutungslosigkeit ab. Google war modern, eine coole Truppe eben. Für viele war die Verwendung von Google auch ein Protest gegen Microsofts Marktbeherrschung. Das hat sich in letzter Zeit merklich gewandelt.

Doch die Kritik an  Google, speziell zur Praxis der Datensammlung, nimmt immer mehr zu. Es ist unglaublich, in welchen Größenordnungen Google Daten über seine Anwender speichert. Dem Zwiespalt, dass die Anwender immer mehr Funktionen erwarten, aber auch Angst haben, weitere Daten von sich preiszugeben, ist in diesem Zusammenhang allerdings auch nur schwer beizukommen.
Mit Bing scheint sich das Blatt zu wenden. Das Verwenden von Bing als Suchmaschine könnte sich nun als Protest gegen Goggle und deren Streben nach Marktbeherrschung entwickeln. Das Problem der Datensammlung (und Speicherung) wird dann auch Microsoft bekommen. Da sich zur Zeit alle zu diesem Thema mit Google befassen, dürfte Microsoft eine kurze Schonfrist haben. Es wird aber sicher nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

Aber Bing will, wie Google eben auch, noch mehr. Neben den üblichen Suchfunktionen nach Webseiten, Bildern, Videos (bei Bing mit einer kurzen Vorschau wenn man den Mauszeiger darüber bewegt- sehr schön!) und anderen, drängt Bing auch immer mehr in Richtung „Universalanwendung“.
Ein Trend ist dabei kaum zu übersehen: „Maping“, d.h. Anwendungen mit GPS- Daten zu verknüpfen, damit diese in Zukunft über weit mehr als die üblichen Navifunktionen verfügen.
Microsoft rüstet in diesem Segment massiv auf. Ein Beispiel, in welche Richtung es geht, zeigt das Video von Aguera y Arcas zum Thema Bing Maps 3D.

Warten wir ab, ob sich das alles so durchsetzt und ob Google oder Microsoft den Kampf um die Vorherrschaft bei Universalanwendungen gewinnt.
Doch auch der Bedarf am Internet im mobilen Bereich wird immer größer. Auch hier drängt Google mit seinem Smarthphone Nexus One in den Markt. Das Nexus One ist allerding ohne Google kaum zu nutzen. Zusammen mit einem eigenen Vertriebskanal, war das wieder mal ein geschickter Schachzug von Google und eine klare Kampfansage an die bekannten Handyhersteller. Warten wir die Gegenoffensive von Microsoft ab.
Nach einhelliger Meinung aller Experten ist in Zukunft im mobilen Kommunikationsbereich kaum noch mit den Geräten, sondern nur noch mit gebührenpflichtigen Anwendungen Geld zu verdienen. Apple macht es mit seinem IPhone schon seit einiger Zeit erfolgreich vor. Da Anwendungen kaum mit anderen Systemen kompatibel sind, wird die Kundenbindung immer wichtiger. Wer z.B. ein Nexus One besitzt, kann mit den Anwendungen (Aps) von Apple nichts anfangen, und umgekehrt.
In diesem Jahr wird also spannend weitergehen.
Da Konkurrenz aber bekanntlich das Geschäft belebt, gibt es schon jetzt einen klaren Gewinner: Es ist der Anwender. Er muss nur bereit sein noch mehr von sich preiszugeben……