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Mit dem Slogan „Schützen Sie 1 Quadratmeter Regenwald“ startete die Krombacher Brauerei 2002 ihre Regenwald- Kampagne. Den Käufern wurde vermittelt, dass mit jeder gekauften Kiste Krombacher Bier, die Brauerei in Zusammenarbeit mit dem WWF einen Quadratmeter Regenwald aufkauft, und somit für 100 Jahre vor der Rodung schützt.
Das stimmte dann aber  doch nicht so ganz, denn es wurden damals lediglich 6,7 Cent pro Kiste an den WWF gespendet. Also nicht genug Geld um 1 Quadratmeter Regenwald zu schützen. Krombacher erhielt daraufhin eine Anklage wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts.
Dumm gelaufen könnte man denken.

Nicht ganz, denn letztlich wurde  dennoch eine hohe Summe zum Schutz des Regenwaldes an den WWF überwiesen. Der Zweck heiligte also hier die Mittel.

2004 erfolgte seitens Krombacher eine klare Trennung zwischen dem erworbenen Bier und der Spende: „Sie genießen, wir spenden“. Krombacher spendete 500.000 Euro an den WWF. 2008 wurden laut Pressemitteilung der Krombacher Brauerei sogar 680.459 Euro für die Regenwaldstiftung des WWF gespendet.

Auch wenn es Krombacher geschafft hat, durch diese Kampagne mehr Bier zu verkaufen, und diese hohe Spendensumme damit letztlich auch durch die Käufer aufgebracht wurde, ist es doch ein gelungenes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Umweltschutzorganisationen und der Industrie.

Abgesehen von den somit zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln, ohne die große Umweltschutzprojekte kaum möglich wären, findet durch solche Kampagnen aber auch eine Sensibilisierung der Menschen für Umweltthemen statt. Es reicht eben nicht aus, nur die Umwelt vor der eigenen Haustür zu betrachten.  Veränderungen im Ökosystem des Regenwaldes, also eines Gebietes, welches weit weg von uns ist, haben auch Auswirkungen auf unser unmittelbares Klima.

Aber woher bekommt man verständliche Informationen, welche frei von langweiligen Statistiken sind?

Die interessanteste, außergewöhnlichste und beeindruckenste Austellung zu diesem Thema habe ich am Samstag im Leipziger Gasometer erlebt.
Der Berliner Künstler Yadegar Asisi hat hier das weltweit größte 360 Grad Panorama Amazoniens ausgestellt.
Nicht nur der faszinierende Eindruck, welchem sich niemand entziehen kann, auch die Daten sind beeindruckend: Auf einer Fläche von 3200 Quadratmetern (30 Meter hoch) wurde ein Teil Regenwald in einer unglaublich hohen Qualität auf Stoffbahnen gedruckt.
Auf einer Plattform stehend, den Geräuschen des Regenwaldes ausgesetzt, fühlt man den Regenwald bei Tag und Nacht in überwältigender Intensität. Dank der beispiellos hohen Bildauflößung ist es möglich von der Plattform aus, mit einem Fernglas, z.B. eine Spinne auf einem Blatt zu erkennen.
Die begleitende Ausstellung um das Panorama herum gibt viele und sehr gut aufbereitete Informationen zum Regenwald, zur Geschichte der Erforschung dieses Ökosystems und zur Entstehung des Panoramas.

Jeder sollte dieses Informationsevent besuchen. Danach fühlt man Natur anders.

…….Prost Krombacher