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Beim leidigen Thema Datensicherung denken die meisten an Unternehmen oder Institutionen, welche ihre Daten vor Verlust und/ oder unberechtigtem Zugriff schützen müssen.
Aber auch im privaten Bereich wird dieses Thema immer wichtiger.

In Zeiten zunehmend digitaler Speicherung wichtiger Unterlagen (Diplomarbeit, Bewerbungsschreiben, Briefe….) im privaten Bereich, hat der Verlust von Daten schwer kalkulierbare Folgen. Auch Erinnerungen in Form von Fotos, welche fast nur noch auf der Festplatte gespeichert werden, sind dann unwiederbringlich verloren. Die scheinbar unbegrenzte Speicherkapazität der heutigen Festplatten trägt dazu bei, erst einmal alles auf der Festplatte abzulegen. Der Datenverlust durch defekte Festplatten oder unbeabsichtigtes Löschen oder Überschreiben ist dann entsprechend hoch.
In Zeiten sehr viel geringerer Speicherkapazitäten war es immer mal nötig, die Festplatte zu entrümpeln um Platz für neue Daten zu schaffen. Wichtige Daten wurden dann  auf externe Datenträger wie externe Festplatten und/ oder  CDs ausgelagert. Das hatte den Nebeneffekt, dass diese Daten somit außerhalb der Festplatte gesichert waren. Zwar konnten diese Datenträger auch einmal defekt sein, die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber höchst gering, da diese nach der Speicherung meist keinen mechanischen oder anderen Einflüssen ausgesetzt sind.

Welche Möglichkeiten gibt es für eine effektive Datensicherung?
Welche Vorteile und Nachteile haben sie?

Grundlegendes

Es geht hier nicht um die Sicherung von Betriebssystem oder Programmdateien, sondern ausschließlich um die Sicherung angelegter Dateien wie Dokumente, Bilder, Video- und Musikdateien u.ä. , da diese bei Verlust meist unwiederbringlich verloren sind.
Grundsätzliches:
Die Festplatte im Rechner sollte immer in mehrere Partitionen aufgeteilt sein. Partitionen sind logisch eigenständige Laufwerke auf einer  physisch gesamten Festplatte. Betriebssysteme und Programme gehören  auf eine Partition (meist Laufwerk „C:/“) befinden. Dateien auf eine andere. Treten nämlich Probleme mit dem Betriebssystem auf,  so dass dieses neu installiert werden, sind alle eigenen Daten durch die Neuinstallation auf dieser Partition verloren. Daten also immer auf einer eigenen Partition speichern!
Das hilft zwar bei einem physischen Defekt der gesamten Festplatte auch nicht vor Datenverlust, dieser Fehler kommt aber eher selten vor.
Am besten ist die Partitionierung (wenn nicht schon vom Hersteller vorgenommen) auf einem neuen Rechner durchzuführen.
Das nachträgliche Partitionieren ist komplizierter und kann zum Verlust aller Daten führen. Es muss vor diesem Schritt immer eine Sicherung der Daten erfolgen.

Datensicherung auf CD/ DVD

Es ist die preiswerteste und häufigste Art der Datensicherung. Hersteller versprechen Zeiten zu Haltbarkeit und Datenlesbarkeit der Rohlinge von bis zu 30 Jahren. Diese Werte sind nur unter Laborbedingungen realistisch. Wer noch ältere selbstbeschriebene CDs hat, sollte diese immer mal auf Lesbarkeit überprüfen und ggf. auf neue Rohlinge kopieren. Ein Nachteil der Datensicherung auf diesem Medium ist die nicht mögliche Aktualisierung einzelner Daten auf der CD. Ändern sich einzelne Daten, muss immer die gesamte CD/ DVD neu beschrieben werden. Bei hohen zu sichernden Datenmengen kommen auch bei DVDs eine Vielzahl von Scheiben zusammen, welche entsprechend archiviert, beschriftet und aktuell gehalten werden müssen.

Zwischenbemerkung

Ein wichtiger Punkt, ist die Verfügbarkeit entsprechender Lesegeräte. Noch vor einigen Jahren hätte es niemand für möglich gehalten, dass Disketten einmal vollständig von anderen Speichermedien abgelöst werden. Heute findet man nur noch auf älteren Rechnern ein Diskettenlaufwerk. Daten auf Disketten sind also nicht mehr lesbar.
Die Ablösung  Speichermedien findet in immer kürzeren Abständen statt.
Immer mehr Daten sind nur noch als Files im Internet oder auf Speichersticks erhältlich. Der Trend, z.B. Musik gar nicht mehr auf CD anzubieten hält an, und bedeutet über kurz oder lang das Ende von  CD/ DVD. Damit wird es dann auch keine Lesegeräte mehr geben.
Staatliche Institutionen nutzen für die Archivierung besonders wichtiger Dokumente immer noch Microfilm als Speichermedium. Für diese Art der Archivierung muss jede Seite einzeln abfotografiert werden.  Die Microfilme werden  danach in Hochsicherheitstresoren, geschützt gegen jede Art äußerer Einflüsse, aufbewahrt. Dieser enorme Aufwand  wird betrieben, um unabhängig von Lesegeräten zu sein, welche bei Bedarf evt. nicht mehr verfügbar sind. Daten auf Microfilm sind zur Not sogar mit einer einfachen Lupe und einer normalen Lichtquelle lesbar.
Man kann es kaum glauben,  aber Papier ist eines der sichersten Datenträger. In vielen  Bibliotheken befinden sich Bücher oder einzelne Schriftstücke, welche vor mehreren hundert Jahren geschrieben wurden und immer noch lesbar sind. Es gibt momentan kein elektronisches Speichermedium, welches dieses garantieren kann. Das Argument, dass Papier durch Brände vernichtet werden kann, ist berechtigt, doch auch elektronische Datenträger können durch Feuer zerstört werden.

Datensicherung auf externer Festplatte

Eine Methode, welche sich (auch durch den weiteren Preisrutsch bei Festplatten) immer mehr durchsetzt. Aktualisierungen einzelner Dateien sind hier durch manuelles Überschreiben der alten Dateien oder automatisch durch Backupprogramme möglich.
Achten sollte man bei den Festplatten auf Markenware und  ein stabiles Gehäuse. Wer eine externe Festplatte ausschließlich zur Datensicherung am heimischen PC verwendet, kann auf die Mobilität einer 2,5 oder sogar 1,5 Zoll Festplatte verzichten. Hier reicht eine 3,5 Zoll Festplatte völlig aus. Diese gibt es mit höheren Speicherkapazitäten bis zu 10 TB, zudem sind die 3,5 Zöller  preiswerter als die „Kleinen“.

Datensicherung auf Online- Festplatte

Bisher nur wenig genutzt, bietet diese Art der Datensicherung entscheidende Vorteile gegenüber  anderen Methoden. Zum einen sind die Daten überall verfügbar. Wo immer man einen Internetzugang verfügbar hat, kann man auf die Daten zugreifen. Zum anderen braucht man sich um die Hardware keine Gedanken zu machen. Die großen Anbieter von Online- Speicherplatz garantieren höchste Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten. Das Risiko des unautorisierten Zugriffs auf private Daten wird durch einen hohen Verschlüsselungsgrad der Zugangsdaten zwar nicht ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit, dass Fremde auf die Daten zugreifen können, ist aber extrem gering. Es ist wahrscheinlicher, dass  bei einem Einbruch der private Rechner gestohlen wird, als das jemand unberechtigt Zugriff auf die Daten des Servers erhält.

Ein oft unterschätztes Sicherheitsrisiko ist dagegen die Datenübertragung. Hier sollten  nur Anbieter gewählt werden, welche eine SSL- Verschlüsselung anbieten.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Angeboten. Zum einen Kostenlosangebote mit eingeschränkter Speicherkapazität und geringerem Funktionsumfang, zum anderen kostenpflichtige Angebote mit hoher Speicherkapazität und umfangreichen Funktionen wie automatischer Datensynchronisierung, Player für fast alle Mediendateien und höherer Sicherheit bei Anmeldung und Datenübertragung.
Die kostenlosen Angebote haben meist Speicherkapazitäten bis 10 GB.
Die kostenpflichtigen Angebote beginnen bei Speicherkapazitäten von 100 GB und SSL- Verschlüsselung für die Datenübertragung. Für den Datenabgleich kann ein Client auf dem heimischen Rechner ( und auf weiteren Rechnern wie Notebook oder Netbook) installiert werden, welcher sich als eigenes Laufwerk in das System einbindet. Alle Dateien auf diesem Laufwerk werden bei Onlineverbindung mit dem Server synchronisiert. Dadurch hat man immer die aktuellen Versionen der zu sichernden Dateien auf dem eigenen Rechner und auf der Online- Festplatte.

Zusammenfassung

Es gibt viele Möglichkeiten um seine Daten vor Verlust zu schützen. Gedanken darum sollte man sich auf jeden Fall machen, und zwar bevor es zu spät ist. Welche Methode  die Richtige ist, muss jeder selbst entscheiden. Es hängt letztlich  auch von der Datenmenge und dem Sicherheitsbedürfnis ab.
Das Angebot an Onlinespeicherplatz ist sehr groß,  und wird durch die hohen Bandbreiten der Datenübertragung und Flatrates (DSL u.ä.) immer interessanter.