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Da auch die Deutsche Bahn die Personalkosten so gering wie möglich halten will, gibt es an den Bahnhöfen immer weniger, an kleineren Bahnhöfen schon jetzt, und irgendwann an allen Bahnhöfen, gar kein Personal mehr. Das hat den Vorteil, dass man sich als Bahnkunde irgendwann nie mehr über unfreundliches Personal (weil nicht mehr vorhanden) ärgern muss. Ärgern darf man sich schon jetzt über Fahrkartenautomaten.
Die Benutzerführung der Fahrkartenautomaten ist für Leute, welche nicht regelmäßig mit der Bahn fahren,  verwirrend, unlogisch und umständlich. Meist gibt es dann auch noch verschiedene Automaten. Welche für den Regionalverkehr und welche für weitere Strecken. Beide natürlich mit unterschiedlichen Bedienkonzepten.
Zur weiteren Verwirrung trägt dann noch eine Tarifpolitik bei, welche mit Sonder-, Frühbucher-, Wochenend-, Gute Laune-, u.s.w.- Tarifen, selbst (noch manchmal) vorhandene Bahnmitarbeiter an den Fahrkartenschaltern in Erklärungsnot bringt.

Als Bahnkunde kann man sich leider nie darauf verlassen, dass der Fahrkartenautomat bei Bedarf auch funktioniert.
Da die Bahn sich da auch nicht so sicher ist, hat sie an den Automaten eine Telefonnummer angegeben, welche man bei Störungen anrufen darf. Für die Benutzung der Automaten ist es also wichtig neben Geld (oder EC-Karte) auch ein Handy zu besitzen.

Als ich letzte Woche am Fahrkartenautomaten ein Thüringenticket kaufen wollte, hat der Automat mir zwar das Wechselgeld zurück, den Fahrschein aber nicht ausgegeben. Ich rief also die Automatensorgentelefonnummer an. Dem Tipp der dortigen Hotline, doch mal kräftig vor den Automaten zu treten, konnte ich aber nicht nachkommen, da der nächste, ungeduldig wartende Reisende den Automaten bereits wieder nutzte.
Dieser hatte mehr Glück, er bekam seine Fahrkarte.
Ich richtete mich also auf ein längeres Telefongespräch mit der netten Dame an der Hotline ein, und stellte die Frage wie ich denn nun zu meiner Fahrkarte oder zu meinem Geld käme.
Das wäre gar kein Problem und vor allem ganz einfach.

…..in mir machten sich erste Zweifel breit…..

Sie erläuterte mir folgendes:
Ich müsste ihr jetzt am Telefon nur  Namen, Adresse, Telefonnummer (für Rückfragen), Kontonummer, die Fahrkartenautomatennummer und den gewählten Fahrkartentarif nennen (seltsamerweise wollte sie meinen Familienstand nicht wissen). Als nächstes bekäme ich dann von ihr eine Bearbeitungsnummer. Mit dieser wäre ich dann berechtigt im Zug beim Schaffner (Zugbegleiter) eine Fahrkarte käuflich zu erwerben, ohne den Zuschlag für das Erwerben einer Fahrkarte im Zug zahlen zu müssen.
Das Geld welches ich am Automaten bezahlt habe ohne eine Fahrkarte zu bekommen, würde mir auf schriftlichen Antrag hin mit Angabe der wichtigen Bearbeitungsnummer, Fahrkartenautomatennummer, Datum und Uhrzeit des Vorfalls und natürlich noch einmal Name und Adresse, auf das Konto erstattet, welches ich bei der Aufnahme meiner Daten am Telefon genannt habe.

…..Wie konnte ich nur Zweifeln? Es ist ja wirklich ganz einfach…..

Während ich so mit der wirklich netten Dame im Gespräch vertieft war, kam ich dann aber doch noch zu meiner Fahrkarte. Beim übernächsten Nutzer des Automaten fiel dessen Fahrkarte und meine in den Ausgabeschacht.
Nachdem ich das der Dame am Telefon mitteilte, freute sie sich mit mir, und sagte, dass das natürlich die weitaus bessere, weil noch einfachere Lösung ist.

Ich will mal nicht so sein, natürlich kann die Bahn eine 100% tige Funktionssicherheit aller Fahrkartenautomaten nicht garantieren. Diese Automaten werden täglich von Millionen Fahrgästen genutzt und, gerade in den unbewachten Nachtstunden, leider auch von einigen demoliert und bewusst manipuliert.

Um diesem ganzen Ärger aus dem Weg zu gehen, habe ich mich auf dem Internetportal der Bahn angemeldet und werde in Zukunft meine Fahrkarten in aller Ruhe zu Hause am Rechner buchen, online bezahlen und ausdrucken.
Das ganze funktioniert sogar mit einem Handy mit Internetzugang. Hier kann man auch nach einem Login Fahrkarten buchen und bezahlen. Danach bekommt man per MMS einen Code (QR- Code) auf das Handy geschickt.

QR-Code (Beispiel)

QR-Code (Beispiel)

Dieser Code wird bei der Fahrkartenkontrolle im Zug vom Schaffner mit einem Lesegerät gescannt (sozusagen die Fahrkarte gelocht).
Das mit dem Handy habe ich noch nicht getestet. Falls es wirklich so funktioniert (daran zweifle ich nicht) ist das eine geniale, flexible und einfache Art unterwegs eine Fahrkarte zu kaufen.
Also dann, genießen wir das Leben in vollen Zügen……