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Hier eine Zusammenfassung der Radtouren aus den Jahren 2004 bis 2006.schild2

Aber erst einmal, warum mache ich diese Touren überhaupt? Ganz einfach, weil es interessant ist, Landschaften, Städte und Gegenden mit dem Rad zu „erfahren“.

Das ist ein Grund. Die andere ist, dass auf den Touren der tägliche Alltagstrott  schnell in den Hintergrund rückt. Besonders der alltägliche Stress im Beruf, welcher mir z.T. wochenlang den Schlaf raubt kann so schön abgebaut werden.

Gefahren bin ich die Touren immer allein. Warum? …. Weil ich einmal im Jahr Zeit brauche, während der ich mich nur um mich kümmern muss. Hier brauche ich auf niemanden Rücksicht zu nehmen, z.B.  bei Entscheidungen zu Streckenlänge und Ziel.

Übernachtet habe ich meist im Zelt. Es ist unkompliziert und man kommt schnell mit anderen Fernradlern ins Gespräch. Pensionen oder Privatzimmer habe ich meist nur bei sehr schlechtem Wetter genutzt, oder wenn ich mal etwas mehr Komfort haben wollte.

Das alles ist  nur mit entsprechender Vorbereitung möglich. Zum einen die technisch- organisatorischen Dinge. Zum anderen sollte man sich auch unbedingt körperlich darauf vorbereiten. Wer untrainiert ist sollte mindestens ein halbes Jahr vorher mit regelmäßigem Training beginnen. Ich hatte mir dafür ein Trainingsrad zugelegt, mit dem ich bei „normalem“ Wetter zur Arbeit fahre (hin und zurück jeweils 14 km) oder am Wochenende auch mal 100- 150 km. Radbeschreibung Link. „Tour 2007„.

Zur organisatorischen Vorbereitung: Ich habe meist nur eine grobe Richtung. Das Radwegenetz in Deutschland wird von Jahr zu Jahr besser ausgebaut, so dass man fast überall hinkommt ohne auf öffentlichen Straßen fahren zu müssen. Am besten sind die Radwege an den Flüssen ausgebaut. Wer größere Strecken zurücklegen will ( 2008 bin ich von Gotha in Thüringen bis fast nach Kopenhagen gefahren), muss dann mehrere Radwege kombinieren. Gedanken an die Übernachtung habe ich mir immer erst am Abend gemacht. Es hat dann immer etwas geklappt. Manchmal erst auf Umwegen, aber als Einzelradler ist man (fast) überall willkommen.

Zur technischen Ausrüstung könnt ihr etwas auf meiner Webseite auf dem Link „Tour 2005“ lesen.

2004

Saale- Radweg von Zell bis Barby

Meine erste lange Radtour. Ich hatte mich schon im Vorfeld über Ausrüstung und das organisatorische informiert. Es sollte  für mich vor allem aber ein Test sein, welche Ausrüstung ich wirklich benötige und welche Strecken ich am Tag zurücklegen kann.
Start war Zell. Die Saale- Quelle liegt ca. 5 km weiter südlich. Die Strecke bis Barby beträgt 425 km. Streckenangaben sind allerdings immer nur ungefähr, da ich aus verschiedenen Gründen Umwege oder Strecken abweichend des ausgeschilderten Radweges gefahren bin.Der Saale- Radweg ist einer der anspruchsvollsten Fluss- Radwege in Deutschland. Besonders im Bereich des Thüringer Schiefergebirges (Saale- Talsperren) ist ein wassernahes Radeln kaum möglich. Daher sind hier sehr lange und steile Anstiege zu bewältigen. Zwar gibt es dann auch wieder Abfahrten, diese sind dann aber wieder so steil, dass man ständig bremsen muss. Mit der gesamten Ausrüstung auf dem Rad laufen da die Bremsen schon mal heiß. Auch rollt ein voll gepacktes Rad bei höheren Geschwindigkeiten sehr instabil.  Ab Kahla gibt es dann kaum noch Anstiege, so dass man größere Entfernungen am Stück zurücklegen kann.

Benötigt habe ich für diese Tour 5 Tage. Übernachtet habe ich auf dieser Tour immer im Zelt.
Der Saale- Radweg hatte mich in den folgenden Jahren immer mal wieder als Teilstrecke für andere Radtouren begleitet. Besonderes schön ist der Bereich um Naumburg.
Im Vergleich zu anderen Fluss- Radtouren ist der Saale- Radweg landschaftlich sehr abwechslungsreich aber auch sehr anstrengend. Mit Kindern erst ab Kahla zu empfehlen.

 

Fahrrad:

 Ich habe es auf meiner Webseite zwar schon einmal beschrieben, aber hier noch einmal etwas zum Fahrrad. Lange Radtouren, auch wenn diese durch unbefestigtes Gelände führen, nicht mit einem Mountenbike fahren. Die Radgeometrie bei einem Mountenbike ist so ausgelegt, dass schnelle  kurze Kurven gefahren werden können. Das heißt aber auch, das Rad läuft auf langen und geraden Abschnitten unruhig. Weiterhin verursacht die, durch die Geometrie erzwungene Sitzhaltung Rückenschmerzen, besonders bei Radtouren welche über mehrere Tage oder Wochen gehen. Auch sind nur bei einem Reiserad (Radgeometrie wie bei einem Tourenrad, also langestreckt mit stumpferen Winkel der Vordergabel)  ausreichende und sichere Befestigungsmöglichkeiten für die Ausrüstung vorhanden.

Beim Radkauf sollte man nicht an der Qualität sparen. Das Sprichwort das Qualität  ihren Preis  hat, trifft hier leider voll zu. Die Preise für ein gutes Reiserad, mit stabilen Befestigungen beginnen bei ca. 1500 €. Mit den entsrechenden Taschen und Anbauten oder besseren Bremsen und Schaltungen ist man dann locker bei 2500 €, wobei nach oben  keine Grenzen gesetzt sind.

Die Frage mit oder ohne Federgabel und mit Naben-  oder Kettenschaltung sind aber wohl eher philosphische Streitereien. Hier hat alles seine Vor- und Nachteile. Mein neues Rad hat eine Federgabel, welche ich mit einem Hebel am Lenker blockieren kann. Damit bin ich sehr zufrieden. Die Minimalisten unter den Lanstreckenradlern sehen das natürlich anders.

Abraten möchte ich von Carbonrädern. Diese sind zwar sehr leicht und stabil, allerdings nur so lange der Rahmen keine Kratzer oder andere Beschädigungen abbekommt. Diese Beschädigungen sind im rauen  Touralltag nicht zu vermeiden und führen meist zu Rahmenbruch durch Haarrisse. Rahmenbrüche kündigen sich im allgemeinen nicht vorher an sondern treten plötzlich auf (extrem gefährlich!). Vom Preis für einen Carbonrahmen mal ganz abgesehen.
Ganz wichtig: Immer einen Helm tragen!!!!!!

 

2005

Elbe- Radweg von Bad Schandau nach Hamburg

Da diese Tour ausführlich auf meiner Website – Link „Tour 2005“ beschrieben wurde, wird hier nicht weiter darauf eingegangen.

2006

Rundfahrt 1060 km in 11 Tagen

2006 hatte ich kein direktes Ziel für die Tour. Ich wusste nur dass ich ca. 2 Wochen Zeit hatte und verschiedene Radwege kombinieren wollte. Folgende Radwege habe ich genutzt: Unstrut- Radweg, Saale- Radweg, Elbe- Radweg, Radweg Oder- Neiße. Das hat sich allerdings erst während der Tour so ergeben.

1.Tag    11.6.2006   Dingelstädt – Ritteburg 130 km (Unstrut- Radweg)
Zugfahrt von Gotha bis Dingelstädt. Ab Dingelstädt mit dem Rad. Sehr warm, Gegenwind. Abwechslungsreiche Strecke. Übernachtung Zeltplatz Ritteburg. Zeltplatz ist eine kleine Wiese neben der Schleuse. Das Schleusenhaus wird auch als Gaststätte und Pension genutzt. Sehr netter Wirt. Übernachtung inkl. Dusche 5 €. Diesen Zeltplatz habe ich auch in den folgenden Jahren immer wieder gern genutzt.

2.Tag   12.6.2006  Ritteburg – Naumburg   65 km (Unstrut- Radweg)
Wetter normal. Schöne Strecke, auch für Wochendtouren mit Kindern zu empfehlen. Ankunft auf Zeltplatz „Blütengrund“. Hier mündet die Unstrut in die Saale. Übernachtung inkl. Dusche 9,50 €.

3.Tag   13.6.2006  Naumburg- Halle  73 km (Saale- Radweg)
Den ganzen Tag über 30 Grad. In Halle 2 mal verfahren, da die Ausschilderung schlecht ist.

Anmerkung:
Ich hatte mal gedacht, dass man sich bei den Fluss- Radtouren nicht verfahren kann. Man braucht sich ja immer nur am Wasserlauf zu orientieren. In größeren Städten ist jedoch oft so, dass man den Fluss gar nicht sieht und der Radweg meist durch das Stadtzentrum führt. Hier kann man leicht einmal ein Schild übersehen und man merkt erst sehr spät, dass man sich verfahren hat. Zum Beispiel habe ich mich in Jena (Saale- Radweg 2004) mehrfach verfahren.Nachdem ich gar nicht weiterwusste hatte ich in einem Radladen nachgefragt. Hier bekam ich dann die lustige Auskunft, dass die Studenten manchmal die Schilder verdrehen. So kann man dann in Jena  seine Kreise ziehen.

Da ich in der Umgebung von Halle keinen Zeltplatz gefunden habe, übernachtete ich in der Jugendherberge. Die Übernachtung hat mit Frühstück 21,00 € gekostet. Dafür  musste ich mir das Zimmer mit 7 Jugendlichen Teilen, welche ihren Schulabschluss gefeiert haben. Außerdem waren am nächten Tag die Flaschenhalter von meinem Rad abmontiert. Das Rad stand in einem „abgeschlossenen“ Kellerraum. Ich werde in Zukunft Jugendherbergen also meiden. Für das Geld hätte ich auch ein Zimmer in einer Pension bekommen. Ansonsten ist Halle aber eine schöne Stadt.

4. Tag  14.6. 2006 Halle- Barby  100 km  (Saale- Radweg)
Radweg vor und hinter Wettin sind sehr schlecht. Ansonsten schöne Gegend. Gegen Nachmittag Regen und Sturm. Übernachtung in einer Pension.

5. Tag   15.6.2006  Barby- Schartau  74 km  (Elbe- Radweg)
Bekannter Radweg vom Jahr davor. Radweg führt durch Magdeburg. Kurz hinter Magdeburg Wasserstraßenkreuzung von Elbe und Havelkanal. Übernachtung auf Zeltplatz Altkanal. Übernachtung inkl. Dusche 10 €. Bedeckter Himmel aber kein Regen.

6.Tag  16.6.2006  Schartau- Havelberg (OT Nitzow)  95 km  (Elbe- Radweg)
Sehr schöne Landschaft. 2 mal Regenschauer. Heute keine Lust zum Zelten daher Privatzimmer in Nitzow. Übernachtung inkl. Dusche und Frühstück 20 €.

7. Tag   17.6.2006  Nitzow- Hammer (bei Liebenwalde)  125 km (Kein Radweg, nur Bundesstraße)
Heute mal den ganzen Tag Regenschauer und Sturm. Muss auf den Landdes- und Bundesstraßen sehr aufpassen. Jacke und Hose völlig durchgeweicht. Habe keine Pension gefunden, hatte auch keine Lust lange zu suchen. Habe einfach auf einem Bauernhof gefragt und konnte dort im Gästezimmer übernachten, meine Sachen trocknen, bekam am nächsten Früh ein Frühstück. Musste nur das Frühstück bezahlen.

8.Tag  18.6.2006  Hammer- Kienitz Nord  115 km  (Bundesstraße, Radweg Oder- Neiße)
Schiffshebewerk Niederfinnow an der Strecke (Gigantisch). Ab Radweg Oder- Neiße Tolle Landschaft. Unberührte Natur. Gegen Mittag endlich wieder Sonne. In der Karte war in Kienitz Nord ein Zeltplatz eingezeichnet. Das ist aber eine Wiese hinter einem kleinen Einfamilienhaus mit gefühlten 2 Stellplätzen für Zelte. Betreiber des „Zeltplatz“ sind aber sehr nette Leute. Übernachtung 5 €.
 

9.Tag 19.6.2006  Kinitz Nord- Bresinchen  118 km  (Radweg Oder- Neiße)
Das Oderbruch ist wirklich sehr schön. So richtig schön abgelegen. Kurzer aber heftiger Regenschauer auf freier Strecke. In den Radtaschen stand das Wasser. Danach wieder Sonne. Es wurde Abend bis alles wieder trocken war. Wollte im dunkeln nicht erst lange nach einer Unterkunft suchen, habe daher in einem Hotel übernachtet. Man machte mir einen Sonderpreis (20 € inkl. Frühstück), ich weis allerdings nicht warum.

10. Tag  20.6.2006  Bresinchen – Padrosche  110 km  (Radweg Oder- Neiße)
Sehr warmer Tag. Schöne Strecke mit vielen kleinen Imbissstellen. An einer Raststelle Visitenkarte mit Übernachtungsangebot gefunden. Übernachtung für 15 € inkl. Frühstück. Da lässt man doch gern mal das Zelt im Sack. Nette Leute, tolles Frühstück… was will man mehr.

11. Tag  21.6.2006  Pardosche- Görlitz  60 km  (Radweg Oder- Neiße)
Bis zum Bahnhof in Görlitz, dann mit dem Zug nach Hause.
Der letzte Tag. Zwiespältiges Gefühl. Einerseits freue ich mich auf zu Hause. Andererseits,  wenn man sich erst mal an ein Leben ohne Uhr gewöhnt hat, könnte es noch wochenlang so weiter gehen.

Zusammenfassung:

Sehr schöne Radtour. Wetter war meist gut. Radweg Oder- Neiße werde ich auf jeden Fall noch einmal fahren. Gesamter Radweg führt in Deutschland von Zittau (Erzgebirge) bis Heringsdorf (Usedom). Streckenlänge 575 km.

 Bildergallerie Tour 2006 (zum vergrößern auf die Bilder klicken)